SIBYLLA SCHWARZ –
Meiner Feder edler Saft
Poetische Rebellion einer 17-jährigen
Die Barockdichterin Sibylla Schwarz (1621-1638) wurde nur 17 Jahre alt und hinterließ ein geniales poetisches Werk. Radikal, sinnlich, voller Wucht. Ihre Texte handeln von Liebe, Krieg, Mythologie und Aufbegehren — und klingen heute so unmittelbar wie vor 400 Jahren.
Die Schauspielerin Josi Schönbrodt verkörpert Sibylla Schwarz als junge Frau mit Durchblick und ungezügelter Wortgewalt. Aus barocken Gedichten werden intensive Monologe, emotionale Songs und poetische Explosionen.
Jan Maria Meissner erschafft live dazu einen pulsierenden Sound zwischen Jazz, Pop, HipHop und experimenteller Musik. Filigrane Melodien kippen in rohe Klangflächen, zarte Verse treffen auf treibende Beats.
So entsteht ein atmosphärischer Abend zwischen Konzert, Theater und Sprachrausch: barocke Poesie in elektrischer Gegenwart. Sibylla Schwarz — die „pommersche Sappho“ — erscheint hier als das, was sie war: Eine starke feminine Präsenz in einer männlich dominierten Welt und ihrer Zeit weit voraus.

Gefellt dir nicht mein schlechtes Schreiben /
Und meiner Feder edles Safft /
So laß nur balt das Läsen bleiben /
Eh dan es dir mehr unruh schafft ;
Was Sappho für ein Weib gewesen
Von vielen / die ich dir nicht nenn /
Kanstu bey andern weiter lesen /
Von den ich acht und fünffzig kenn /
Die nimmer werden untergehen /
Und bey den Liechten Sternen stehen.
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